Staatssekretär Storm in Darmstadt - Dialog für die Zukunft

Das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern wie auch den Austausch zu bewegenden Themen der Zukunft suchte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Andreas Storm, bei einem Besuch im BIOTechnikum. Am 10. Dezember 2008 war er zu Gast in der mobilen Erlebniswelt der BMBF-Initiative „BIOTechnikum. Leben erforschen – Zukunft gestalten“, die für drei Tage an der Lichtenbergschule Darmstadt Station machte. Hier drehte sich in Praktika, Vorträgen und bei der „Offenen Tür“ alles ums Thema Biotechnologie – von den verschiedenen Angeboten überzeugte sich Staatssekretär Storm direkt vor Ort.
Auf der Reise ins Innere der Zelle: Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung (2.v.r.), am Multimedia-Lernspiel "Bodymover".Auf der Reise ins Innere der Zelle: Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung (2.v.r.), am Multimedia-Lernspiel "Bodymover".

In den doppelstöckigen Truck auf dem Schulhof waren neben Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften der Lichtenberg- und der Edith-Stein-Schule ebenfalls interessierte Darmstädter gekommen. Dank des vorangegangenen Vortrags „Biotechnologie – was ist das?“ bestens über Grundlagen, Anwendungen und Perspektiven der Technologie informiert, begleiteten sie den Parlamentarischen Staatssekretär im BMBF bei seinem Rundgang durch die mobile Erlebniswelt.

„Ich freue mich, Sie heute hier im BIOTechnikum begrüßen zu dürfen“, eröffnete Staatssekretär Storm den Gang durch die Biotech-Ausstellung. „Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Initiative ‚BIOTechnikum’ ins Leben gerufen, um Schülerinnen und Schüler frühzeitig für die Biotechnologie zu interessieren. Darüber hinaus ermöglicht sie den offenen Dialog mit der Bevölkerung über Chancen und Risiken der Querschnittstechnologie.“ Dass diese von der Biologie über die Mathematik bis hin zur Informatik viele verschiedene Fächer umfasst, sei ein Beispiel für die zunehmende Bedeutung der so genannten MINT-Fächer: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Gerade in diesen Bereichen sei der Industrie- und Wirtschaftsstandort Darmstadt sehr gut aufgestellt: „Die ortsansässigen Unternehmen und Hochschulen bieten Schülerinnen und Schülern hervorragende Möglichkeiten, hier den Karriereweg in die Biotechnologie zu beginnen.“

Erste Einblicke in die Branche konnten die Darmstädter Gymnasiasten im BIOTechnikum gewinnen – Einblicke, die sich auch der Parlamentarische Staatssekretär nicht nehmen ließ: Wie die jungen Erwachsenen vor ihm, ging er mit dem Multimedia-Lernspiel „Bodymover“ auf die virtuelle Reise ins Innere einer menschlichen Zelle. Auf welche Weise ganz real biotechnologische Forschung betrieben wird, stellten im Labor der Erlebniswelt die projektbegleitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor. Dass die Biotechnologie exakte Wissenschaft in Flüssigkeitsvolumina betreibt, die kleiner sind als ein Regentropfen, veranschaulichte der Umgang mit dem Laborinstrument Nummer eins, der Pipette. Unter dem Mikroskop konnte Staatssekretär Andreas Storm ein Stück Haifischhaut als Vorbild für neue technische Oberflächen bestaunen, ein Beispiel für Prinzip und Anwendung der Bionik.

Nach weiteren Stationen im Labor besuchte er das Biotech-Kino im Obergeschoss des Roadshowfahrzeugs. Filme zum Thema Biotechnologie sind hier nicht nur zu sehen; Filmmaterial des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird zudem an Lehrkräfte abgegeben. Über diese Bereicherung des Unterrichts freuten sich die Lehrer vor Ort im anschließenden Dialog mit dem Parlamentarischen Staatssekretär besonders. Mit ihnen und ihren Schülerinnen und Schülern tauschte sich Andreas Storm unter anderem über die Initiative „BIOTechnikum“ oder die Chancen der MINT-Berufe aus. Und einige der jungen Besucherinnen und Besucher können sich Biotechnologie nach den praktischen Einblicken und dem ausführlichen Dialog nun tatsächlich als Teil ihrer eigenen Zukunft vorstellen.

Fotogalerie

Damit wollen alle auf die Reise gehen: Das Multimedia-Lernspiel "Bodymover" führte in Darmstadt Schülerinnen und Schüler virtuell ins Innere einer menschlichen Zelle.
Wie faszinierend eine menschliche Zelle ist, woraus sie besteht und was sie alles leistet - der "Bodymover" macht es erlebbar.
Gemeinsam mit einem Schüler klickt sich Staatssekretär Storm durch die Inhalte der Infoterminals: Mit vertiefenden Informationen, Experimentierprotokollen oder einem Biotech-Quiz ergänzen sie die Ausstellung im BIOTechnikum.
Verstehen ist der erste Schritt auf dem Weg über die Forschung zur Anwendung. Der projektbegleitende Wissenschaftler Dr. Niklas Nold (rechts) erklärt Staatssekretär Andreas Storm das Prinzip des Grün fluoreszierenden Proteins (GFP): Mit einer UV-Handlampe wird das GFP zum Leuchten gebracht.
Anwenden lässt sich das Grün fluoreszierende Protein heute auf vielfältige Weise. In der biotechnologischen Forschung ist dieses Eiweiß als Leuchtmarkierung ein wichtiges Hilfsmittel. Es zeigt an, ob Gene aktiv sind oder nicht, wo sich Eiweißstoffe in einer Zelle befinden und wie sie transportiert werden. Für die Entdeckung des GFP wurde der Nobelpreis für Chemie verliehen.
Unter dem Mikroskop betrachtet Staatssekretär Storm ein Stück Haifischhaut. Ihre Struktur dient als Vorbild für neue technische Oberflächen - ein Beispiel dafür, wie wir von den Vorbildern der Natur lernen können.
Der wissenschaftliche Projektleiter der Initiative "BIOTechnikum" Dr. Andreas Jungbluth erläutert dem Parlamentarischen Staatssekretär Andreas Storm das Prinzip der Chiralität von Molekülen: Beispielsweise Bausteine von Eiweißstoffen (Aminosäuren) können chemisch in zwei möglichen, spiegelbildlichen Formen vorkommen. Bei der Herstellung von Arzneimittelwirkstoffen ist es unter Umständen wichtig, nur eine der beiden möglichen Formen herzustellen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.
Die Pipette ist das Laborinstrument Nummer eins: Sie ermöglicht es den Forscherinnen und Forschern, exakte Wissenschaft in Flüssigkeitsvolumina zu betreiben, die kleiner sind als ein Regentropfen.
Staatssekretär Storm und wissenschaftlicher Projektleiter Jungbluth (v.r.) sind Zuschauer beim "Wettlauf der Moleküle". Das Exponat verdeutlicht das Prinzip der Größentrennung von Molekülen mittels Gelelektrophorese.
Fröhliche Gesichternach dem Besuch im BIOTechnikum: Staatssekretär Storm und Hanna Kind, IHK Darmstadt, (1.Reihe v.r.) mit projektbegleitenden Wissenschaftlern, Schülern und Lehrern vor dem BIOTechnikum.