22.09.2009
Mitmachen steht im Mittelpunkt der Initiative „BIOTechnikum. Leben erforschen – Zukunft gestalten“ – Angebote im Überblick
Wie finden die meisten Menschen Zugang zur Biotechnologie? Schülerinnen und Schüler erlernen Grundlagen im Unterricht, Erwachsene nehmen Informationen über neueste Entwicklungen zu diesem Feld durch die Medien auf. Kaum einer weiß um den Bezug zum eigenen Leben oder kommt gar selbst mit Forschung in Berührung. Mit allen Sinnen eingebunden zu sein, ist jedoch wichtig, um Informationen aufnehmen zu können. Die Initiative „BIOTechnikum. Leben erforschen – Zukunft gestalten“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) möchte vor allem Schülerinnen und Schüler sowie die breite Öffentlichkeit über Ergebnisse biotechnologischer Forschung in Deutschland informieren, Berufsperspektiven aufzeigen und den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Damit das nachhaltig erreicht werden kann, stehen Dialog und Mitmachen im Mittelpunkt der Kampagne.
Ein modern ausgestattetes Labor bietet in der mobilen Erlebniswelt BIOTechnikum die Möglichkeit, selbst zu experimentieren. Gruppen von bis zu zwei Mal zwanzig Personen können sich hier unter Anleitung erfahrener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Forscher betätigen – ob Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrer oder Mitarbeiter kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Je nach Interesse und Kenntnissen stehen jeweils rund zweieinhalbstündige Praktika in zwei Anspruchsniveaus zur Verfügung. Dabei lassen sich Versuche aus drei Themenfeldern individuell kombinieren: Experimente mit Erbmaterial, mit Eiweißstoffen und Versuche zu technischen Anwendungen in der Biotechnologie.
Nach einer Einweisung in sicheres und professionelles Arbeiten im Labor führen die begleitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Initiative „BIOTechnikum“ in die theoretischen Grundlagen der Versuche ein. Anschließend können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Praktikums selbst forschen. Anhand von Versuchsprotokollen isolieren und reinigen sie zum Beispiel DNA aus Mundschleimhautzellen. Sie lernen so nicht nur den Umgang mit wichtigen Laborwerkzeugen, sondern auch Verfahren kennen, die im biotechnologischen Forschungsalltag eine wichtige Rolle spielen. Dabei werden sie vom Wissenschaftler-Team unterstützt, das bei Bedarf zur Hand geht und für Fragen zur Verfügung steht.
Kritisches Nachfragen und offener Dialog sind bei einem weiteren Veranstaltungsangebot ausdrücklich erwünscht, den Vorträgen. Mit ihnen informieren die projektbegleitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedene Besuchergruppen wie auch die breite Öffentlichkeit über die Schwerpunktthemen der Initiative. Der Grundlagenvortrag „Biotechnologie – was ist das?“ gibt einen Überblick über Forschung und Einsatzfelder der Schlüsseltechnologie. „Karrierechance Biotechnologie“ wiederum zeigt berufliche Perspektiven und Einstiegswege in diesen Bereich. Drei Spezialvorträge greifen die Themenwelten der Initiative auf und vermitteln den Zusammenhang von biotechnologischer Forschung, Entwicklung und Anwendung auf den Gebieten „Gesundheit und Ernährung“, „Landwirtschaft“ sowie „Produktion und Umweltschutz“. Abgestimmt auf die Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher werden die Vorträge mit Praktika kombiniert oder zusammen mit Führungen und Tagen der offenen Tür angeboten.
In der mobilen Erlebniswelt BIOTechnikum verspricht der „Bodymover“ als Teil der Ausstellung bewegende Einblicke in die Biotechnologie. Bei diesem Multimedia-Lernspiel gehen die Spieler auf eine virtuelle Reise ins Innere einer Zelle, um deren Bestandteile zu erforschen. Die Orientierung im Zellinneren steuern sie mit der eigenen Körperbewegung.
Hand anlegen sollen die Besucherinnen und Besucher ebenfalls an anderen Exponaten der Ausstellung: An einem DNA-Chip können sie spielerisch erfahren, wie anhand von Erbgutschnipseln zum Beispiel Krankheiten diagnostiziert werden können. Wie sich das grün fluoreszierende Protein (GFP) als „molekulare Laterne“ einsetzen lässt, um etwa die Entstehung von Eiweißstoffen in lebenden Zellen in Echtzeit zu beobachten, zeigt ein weiteres Modell.
Durch die Kombination dieser und anderer Exponate mit Vorträgen, Praktika und weiteren Angeboten ermöglicht es die Initiative „BIOTechnikum. Leben erforschen – Zukunft gestalten“, die Forschung in der Biotechnologie aktiv kennen zu lernen, ihre Bedeutung für unser tägliches Leben zu erfahren und vorhandenes Wissen zu erweitern.
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